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MR036 Der Spiegel und Wikileaks

Der Spiegel denkt über eine eigene Leak-Plattform nach. “Was Wikileaks heute anbietet, wird in 10 Jahren jedes Medium bieten”, sagt der Wikileaks-Koordinator des Spiegel, Holger Stark, in dieser Ausgabe des Medienradio. Der Ressortleiter Deutschland beim Spiegel sagte, die Debatte über eine eigene Annahmestelle für Geheim-Informationen im Netz laufe “seit wir uns mit Wikileaks beschäftigen und hat sich in diesem Jahr noch mal verstärkt”. Die Entscheidung über eine Teilnahme des Spiegel an openleaks.org sei “noch nicht getroffen”, sagt Stark. Für den Spiegel sei es schwer, technische Infrastruktur aus der Hand zu geben.

Holger Stark, dessen Buch “Staatsfeind Wikileaks” Ende Januar veröffentlicht wird, berichtet detailliert über die Zusammenarbeit des Spiegel und anderer Medien mit Wikileaks. Spiegel, Guardian, New York Times und Co. hätten etwa verabredet, dass bestimmte Themen erst nach einigen Tagen veröffentlicht werden. Auch wurde ein ungefährer Umfang der Berichterstattung festgelegt. Holger Stark wundert sich beispielsweise, als er hört, dass der Guardian in den ersten 18 Tagen 135 Artikel schrieb, der Spiegel nur 29.

Stark sagte, er könne sich vorstellen, dass die Botschafts-Depeschen “schon recht bald der Weltöffentlichkeit gehören”. Der Spiegel habe keinen Exklusiv-Vertrag mit Wikileaks und in keiner Form Geld bezahlt. Jeder könne sich um das Material bemühen. Wer die Depeschen bekomme, entscheide alleine Wikileaks. Sicher auch eine Reaktion auf eine Beschwerde, die beim Deutschen Presserat einging.

Es gebe keinen festen Kriterien-Katalog, nach dem Depeschen geschwärzt werden, sagt Stark. Es gelte vor allem Informanten zu schützen – je weiter unten sie auf der staatlichen Hierarchie-Leiter stehen, desto eher würde ihr Name geschwärzt. Stark nennt aber auch Beispiele, in denen Bezeichnungen von Infrastrukturen aus den Depeschen gestrichen wurden.

Jedes beteiligte Medium reiche Depeschen an Wikileaks weiter verbunden mit Vorschlägen, welche Informationen nicht veröffentlicht werden sollten. Manchmal sprächen sich die Medien vorher auch ab. Ob und welche Anregungen Wikileaks umsetzt, sei Wikileaks überlassen.

Holger Stark berichtet über Gespräche mit dem State Department kurz vor der Veröffentlichung der Depeschen-Stories im Spiegel.

Wir haben auch über die Online-Strategien geredet. Spiegel Online verlinkt die Original-Depeschen nur sehr sparsam. Das geschehe, um die Übersichtlichkeit zu verbessern, sagt Stark, “hat vielleicht auch etwas mit Arbeitsaufwand zu tun”. Einem Rohdaten-Download wie beim Guardian steht Stark skeptisch gegenüber, das sei “im wesentlichen Aufgabe von Wikileaks”.

Wikileaks stehe vor der großen Herausforderung, seine Struktur zu ändern. Nötig sei die Transformation von “einer Art Bürgerinitiative” zu einem “Amnesty für Information”.

2010 – das Jahr der Wikileaks. Gegen Ende sprechen wir über die Lehren für Politik und Journalismus. Medien würden ihre Gatekeeper-Funktion im Wikileaks-Zeitalter behalten, glaubt Stark, müssten aber massiv aufrüsten, um Datenberge schneller und transparenter abarbeiten zu können.

Lehren für die Politik: Für das wirklich Wichtige gelte wieder: Papier only.

Prognose für 2011: “Mal angenommen, Wikileaks hätte ein Backup eines Servers der Bank of America…”

Ein paar Links:
Operation Leakspin.org
Wikileaks cables beim Guardian
Wikileaks-Seite des Spiegel
Frank Rieger: “Wikileaks und Folgen”, FAZ

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MR035 Rhein-Zeitung

Ich war in Koblenz bei der Rhein-Zeitung, die ja eine Menge herum probiert, wie soziale Medien den Lokaljournalismus bereichern können – nicht ohne Erfolg. Zunächst ein Gespräch mit Christian Lindner, dem twitternden Chefredakteur, anschließend Redaktionsrundgang (inkl. TV-Studio) und Interview mit Lars Wienand, dem fest angestellten Vollzeit-Twitter-Redakteur @rheinzeitung. Viel Spaß.

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MR034 Christian Stöcker

Christian Stöcker ist stellvertretender Leiter des Ressorts Netzwelt bei Spiegel Online. Er war heute geladen zum “Dialog Internet” bei Familien-Ministerin Kristina Köhler. Wir haben uns unterhalten über den seit Monaten versuchten Dialog des Staates mit Protagonisten des neuen Politkfeldes Netzpolitik. Ist der Austauch ernst gemeint oder nur PR? Muss wirklich alles live übertragen werden?

Gegen Ende berichtet Christian aus dem Reaktions-Alltag bei Spiegel Online: Welche Werkzeuge nutzt er? Welche Blogs liest er? Wie das bei Spon mit externen Links, Flash und Flattr. Leider musste Christian den Zug nach Hamburg noch bekommen, wir hätten noch ein Weilchen weiter reden können. Viel Spaß, wir freuen uns auf Kommentare.

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MR033 Netz-Aktivismus

Julius van de Laar ist Kampagnen-Berater und war eine zeitlang deutscher Vertreter des Polit-Netzwerks Avaaz.org. Yves Venedey arbeitet für das deutsche Pendant campact.de. Wir reden über das Wesen von Online-Aktivismus. Wie lassen sich Menschen mit Netzwerkzeugen aktivieren, mobilisieren, motivieren? Nach welchen Kriterien werden suchen Aktivisten-Netzerwerke ihre Kampagnen aus? Julius hat bei der Obama-Kampgane mitgemischt, berichtet über seine Erkenntnisse und skizziert, warum es bei deutsche Parteien noch nicht rund läuft im Netz. Er gewährt auch Einblicke in die hohe Kunst der Aktivisten-Mail: Welcher Betreff? Wo sitzt der Link? Wo der Spendenknopf? Spenden-Aufrufe werden individuell generiert – gespeist aus satt gefüllten Datenbanken, gewürzt mit viel Statistik.

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MR032 Flattr

Der große Flattr-Hype ist abgeflacht, der schwedische Social-Payment-Dienst ist für viele Alltag geworden. Das Flattr-Team arbeitet an interessanten neuen Features, Gründer Peter Sunde hat sich zurück gezogen und erste wissenschaftliche Arbeiten widmen sich dem vor allem in Deutschland beliebten Bezahldienst. Alles Gründe, mal eine Bestandsaufnahme zu machen.

Mit dabei: Podcaster Tim Pritlove, dem monatlich 1000 Euro aufs Konto flattern; aus Leipzig angereist Leander Wattig, Berater, Blogger mit besonderen Einsichten ins Thema “Flattr und Buchmarkt” sowie Thomas Haseloff, der an der TU Ilmenau seine Diplomarbeit über Flattr schreibt.

Thomas präsentiert interessante Ergebnisse einer Online-Umfrage, Leander skizziert das Potential von Flattr auf dem Büchermarkt und Tim berichtet über seine Praxis-Erfahrungen.

Weitere Themen: Flattr-Populismus, Umverteilungsmechanik, wann steigt Facebook ein?, Kachingle, Flattr-API.

Wie nutzt Ihr Flattr? Klickt Ihr eher auf den Global-Button für ganze Projekte oder flattert Ihr lieber einzelne Posts? Wollt Ihr Euer Flattr-Budget aufstocken? Warum nutzt Ihr kein Flattr?

Freuen uns auf Kommentare und Anmerkungen.

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MR031 Tom Schimmeck

Tom Schimmeck hat die taz mitgegründet, arbeitete Jahre beim Spiegel und kann noch heute lebhaft schildern, warum er das Magazin verlassen hat. Aktuell spricht er viel über sein Buch “Am Besten nichts Neues”. Es geht um den Stand des Journalismus und warum alles so rund läuft. Tom berichtet über seine Recherchen bei Lobbyisten in den USA und bei Grenzwert-Journalisten in Ostberlin. Viel Spaß, freuen uns auf Euer Feedback.

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MR030 Open Data

Michael Hörz und Friedrich Lindenberg vom Open Data Network berichten über dieses Dach, unter dem sich alle sammeln können, die öffentlich finanzierte Daten auch öffentlich zugänglich machen wollen. Michael und Friedrich berichten über erste deutsche Open-Data-Projekte, Datenjournalismus und skizzieren den tief greifenden Kulturwandel, der in deutschen Behörden nötig ist.

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MR029 Lobby Control

Ulrich Müller hat mit anderen vor fünf Jahren LobbyControl gegründet. Ein Gespräch über Lobbyismus und was man gegen Kunstrasen machen kann. Weil ich am Ende noch viele Fragen, aber keine Zeit mehr hatte, haben wir einen zweiten Termin vereinbart ;)

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MR028 Lokales Bloggen

Hardy Prothmann hat jahrlang für deutsche Traditionsmedien geschrieben. Heute ist er einer der bekanntesten deutschen Lokal-Blogger: Zum Heddesheimblog gesellten sich das Ladenburgblog und das Hirschbergblog. Knapp 170.000 Besucher hat das Prothmann-Imperium im Monat. In diesem Medienradio berichtet Hardy über seine Blogs und wir reden über Lokaljournalismus an sich und wie der sich im Web so weiter entwickelt. (Wer Hardy auch mal reden sehen will, schaut sich das dctp-Interview an. Hier im Rahmen der “Meinungsmacher”-Reihe als Podcast.)

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MR027 Jürgen Kuri

Der Heise-Verlag liefert so lange wie kaum ein anderes deutsches Medium Inhalte gedruckt und im Netz aus. Zur alten c´t gesellte sich 1996 der Heise Newsticker auf heise.de. Jürgen Kuri ist stellvertretender Chefredakteur der c´t und damit auch verantwortlich für den Newsticker. Er berichtet aus dem Innenleben der Redaktion, über das Verhältnis von Print zu Online und zeigt auf, wie sich private Verlage von öffentlich-rechtlich finanzierten Netz-Angeboten abheben können. Gegen Ende machen wir das Privatsphäre-Fass auf und schenken dem ehemaligen Journalisten Steffen Seibert ein paar Minuten. Wir freuen uns auf Euer Feedback. Viel Spaß.

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Philip Banse und Jana Wuttke sprechen hier so ungefähr alle zwei Wochen mit wechselnden Gästen über das Internet und Medien.

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