MR038 Stefan Niggemeier

Stefan Niggemeiers Hund (Bam Bam) war da und hatte sein Herrchen mitgebracht (stefan-niggemeier.de, BILDblog.de, FAZ Fernseh-Blog.

Die beiden haben sich im Internet kennen gelernt und sind ein tolles Paar.

Überhaupt geht es viel um Beziehungen. Stefans Verhältnis zu Konstantin Neven DuMont etwa, den er als Autor zahlreicher Kommentare in seinem Blog benannt und damit für einen Sturm der Kritik gesorgt hat. KND schreibt noch immer Mails, sucht Kontakt, aber Stefan will nicht mehr. “Ich habe sein Vertrauen missbraucht”, sagt Stefan Niggemeier. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, “aber er hat mich angelogen und es gab ein öffentliches Interesse an der Veröffentlichung.” Und weiter: “Es gibt kein Recht auf Anonymität.”

Die deutsche Blogosphäre stagniere, sagt Stefan, da hätte er sich mehr erwartet. Es fehlten immer große Blogs, die eine umfassende und unterhaltsame Berichterstattung wie etwa der Bundespolitik bieten. Carta sei ein gutes Projekt, aber ein politisches Blog dürfe auch Spaß machen. Sprengsatz sei ein guter Ansatz, aber es müsste doch möglich sein, eine intelligente, unterhaltsame Alternative zu Spiegel Online zu schaffen.

Weitere Themen:

- Jugendschutzmedienstaatsvertrag
- Der Streit um aktuellen Spiegel-Titel zu den Datensammlern und warum man den Zeitungen die Trennung zwischen Redaktion und Verlag nicht mehr abnimmt.
- http://www.politico.com/
- http://klatschkritik.blog.de/
- Webferne Journalistenschüler
- Flattr
- Oslog und Duslog
- Werbung in Blogs
- Journalisten, PR und Netzwerk Recherche
- Niggemeier und das Pro7-SAT1-Magazin
- Niggemeier und seine Texte für den Bambi
- Datenjournalismus
- Jens Schröder
- Local Blogs: “Ich lese keinen Berliner Lokalteil.”
- http://www.medienpiraten.tv/blog/?p=2023
- http://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/
- http://www.prenzlberger-stimme.de/
- http://www.3min.de/
- Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Gute Idee, mies umgesetzt. In Bayern wird die Bindung zwischen Politik und Bayrischem Rundfunk noch enger.
- Gute Fernseh-Zeitschriften
- Twitter-Lagerfeuer
- Niggi mag das iPad nicht
- Niggi wird mit Twitter nicht warm und hat seinen Doppelgänger “StefanNiggemeier” sperren lassen.
- Niggemeiers Vision: Eine kluge, geerdete Alternative zu Spiegel Online. Da würde er gern mitmachen
- Inspiration http://gawker.com/
- Inspiration http://www.thedailybeast.com/cheat-sheet/

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MR037 Denic, Provider & Wikileaks

Helga Krüger vom Berliner Hoster http.net und Carsten Schiefner sitzen im Vorstand der Denic.

Wäre ein Ersuchen bei der Denic eingegangen, Wikileaks-Domains zu sperren, hätte sie geantwortet: “Wir kümmern uns nicht um Inhalte”, sagte Denic-Vorstandsmitglied Carsten Schiefner.

Helga führt an, dass DDos-Attacken dazu führen können, dass Verträge gekündigt werden können. Sie beschreibt den Umgang von http.net mit problematischen Inhalten am Beispiel eines Pädophilen-Forums.

Themen sind:

- Arbeit und Sinn der Denic

- DNSsec

- Probleme der Domain-Registrierung unter falschem Namen

- Wikileaks und DNS (Denic wäre Bitte um DNS-Abschaltung nicht nachgekommen)

- Umgang eines Providers mit strittigen Inhalten (Pädophilen-Forum)

- Stand von IPv6. (“IPv6-Verkehr 2010 in Berlin +400%, macht in Berlin unter 10% des Traffics aus.”)

- Manöverkritik der Versteigerung zwei- und einstelliger de-Domains

- Vorratsdatenspeicherung

- Genauer Ablauf von und Erfahrungen eines Providers mit Anfragen von Ermittlungsbehörden (“In sechs Jahren eine Anfrage zur Emailüberwachung.” / LKA verlangt Überwachung einer Mail-Adresse, die nicht existiert.)

- Registrierung von de-Domains unter falschem Namen für Verbreitung illegaler Inhalte

- “Cyberwar”-Diskussion aus Sicht der Denic und eines Providers

- Lehren aus der Kaperung von Google.de

UPDATE:

In den Kommentaren wurde auf ein internes DENIC-Papier zur Vergabe der zweistelligen Domains hingewiesen, das bei WikiLeaks gelandet war. Hier ist das pdf: “Zusammenfassung der Ergebnisse der Einführungsphase und des RollOuts der neuen Domains”

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MR036 Der Spiegel und Wikileaks

Der Spiegel denkt über eine eigene Leak-Plattform nach. “Was Wikileaks heute anbietet, wird in 10 Jahren jedes Medium bieten”, sagt der Wikileaks-Koordinator des Spiegel, Holger Stark, in dieser Ausgabe des Medienradio. Der Ressortleiter Deutschland beim Spiegel sagte, die Debatte über eine eigene Annahmestelle für Geheim-Informationen im Netz laufe “seit wir uns mit Wikileaks beschäftigen und hat sich in diesem Jahr noch mal verstärkt”. Die Entscheidung über eine Teilnahme des Spiegel an openleaks.org sei “noch nicht getroffen”, sagt Stark. Für den Spiegel sei es schwer, technische Infrastruktur aus der Hand zu geben.

Holger Stark, dessen Buch “Staatsfeind Wikileaks” Ende Januar veröffentlicht wird, berichtet detailliert über die Zusammenarbeit des Spiegel und anderer Medien mit Wikileaks. Spiegel, Guardian, New York Times und Co. hätten etwa verabredet, dass bestimmte Themen erst nach einigen Tagen veröffentlicht werden. Auch wurde ein ungefährer Umfang der Berichterstattung festgelegt. Holger Stark wundert sich beispielsweise, als er hört, dass der Guardian in den ersten 18 Tagen 135 Artikel schrieb, der Spiegel nur 29.

Stark sagte, er könne sich vorstellen, dass die Botschafts-Depeschen “schon recht bald der Weltöffentlichkeit gehören”. Der Spiegel habe keinen Exklusiv-Vertrag mit Wikileaks und in keiner Form Geld bezahlt. Jeder könne sich um das Material bemühen. Wer die Depeschen bekomme, entscheide alleine Wikileaks. Sicher auch eine Reaktion auf eine Beschwerde, die beim Deutschen Presserat einging.

Es gebe keinen festen Kriterien-Katalog, nach dem Depeschen geschwärzt werden, sagt Stark. Es gelte vor allem Informanten zu schützen – je weiter unten sie auf der staatlichen Hierarchie-Leiter stehen, desto eher würde ihr Name geschwärzt. Stark nennt aber auch Beispiele, in denen Bezeichnungen von Infrastrukturen aus den Depeschen gestrichen wurden.

Jedes beteiligte Medium reiche Depeschen an Wikileaks weiter verbunden mit Vorschlägen, welche Informationen nicht veröffentlicht werden sollten. Manchmal sprächen sich die Medien vorher auch ab. Ob und welche Anregungen Wikileaks umsetzt, sei Wikileaks überlassen.

Holger Stark berichtet über Gespräche mit dem State Department kurz vor der Veröffentlichung der Depeschen-Stories im Spiegel.

Wir haben auch über die Online-Strategien geredet. Spiegel Online verlinkt die Original-Depeschen nur sehr sparsam. Das geschehe, um die Übersichtlichkeit zu verbessern, sagt Stark, “hat vielleicht auch etwas mit Arbeitsaufwand zu tun”. Einem Rohdaten-Download wie beim Guardian steht Stark skeptisch gegenüber, das sei “im wesentlichen Aufgabe von Wikileaks”.

Wikileaks stehe vor der großen Herausforderung, seine Struktur zu ändern. Nötig sei die Transformation von “einer Art Bürgerinitiative” zu einem “Amnesty für Information”.

2010 – das Jahr der Wikileaks. Gegen Ende sprechen wir über die Lehren für Politik und Journalismus. Medien würden ihre Gatekeeper-Funktion im Wikileaks-Zeitalter behalten, glaubt Stark, müssten aber massiv aufrüsten, um Datenberge schneller und transparenter abarbeiten zu können.

Lehren für die Politik: Für das wirklich Wichtige gelte wieder: Papier only.

Prognose für 2011: “Mal angenommen, Wikileaks hätte ein Backup eines Servers der Bank of America…”

Ein paar Links:
Operation Leakspin.org
Wikileaks cables beim Guardian
Wikileaks-Seite des Spiegel
Frank Rieger: “Wikileaks und Folgen”, FAZ

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MR035 Rhein-Zeitung

Ich war in Koblenz bei der Rhein-Zeitung, die ja eine Menge herum probiert, wie soziale Medien den Lokaljournalismus bereichern können – nicht ohne Erfolg. Zunächst ein Gespräch mit Christian Lindner, dem twitternden Chefredakteur, anschließend Redaktionsrundgang (inkl. TV-Studio) und Interview mit Lars Wienand, dem fest angestellten Vollzeit-Twitter-Redakteur @rheinzeitung. Viel Spaß.

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MR034 Christian Stöcker

Christian Stöcker ist stellvertretender Leiter des Ressorts Netzwelt bei Spiegel Online. Er war heute geladen zum “Dialog Internet” bei Familien-Ministerin Kristina Köhler. Wir haben uns unterhalten über den seit Monaten versuchten Dialog des Staates mit Protagonisten des neuen Politkfeldes Netzpolitik. Ist der Austauch ernst gemeint oder nur PR? Muss wirklich alles live übertragen werden?

Gegen Ende berichtet Christian aus dem Reaktions-Alltag bei Spiegel Online: Welche Werkzeuge nutzt er? Welche Blogs liest er? Wie das bei Spon mit externen Links, Flash und Flattr. Leider musste Christian den Zug nach Hamburg noch bekommen, wir hätten noch ein Weilchen weiter reden können. Viel Spaß, wir freuen uns auf Kommentare.

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MR033 Netz-Aktivismus

Julius van de Laar ist Kampagnen-Berater und war eine zeitlang deutscher Vertreter des Polit-Netzwerks Avaaz.org. Yves Venedey arbeitet für das deutsche Pendant campact.de. Wir reden über das Wesen von Online-Aktivismus. Wie lassen sich Menschen mit Netzwerkzeugen aktivieren, mobilisieren, motivieren? Nach welchen Kriterien werden suchen Aktivisten-Netzerwerke ihre Kampagnen aus? Julius hat bei der Obama-Kampgane mitgemischt, berichtet über seine Erkenntnisse und skizziert, warum es bei deutsche Parteien noch nicht rund läuft im Netz. Er gewährt auch Einblicke in die hohe Kunst der Aktivisten-Mail: Welcher Betreff? Wo sitzt der Link? Wo der Spendenknopf? Spenden-Aufrufe werden individuell generiert – gespeist aus satt gefüllten Datenbanken, gewürzt mit viel Statistik.

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Veröffentlicht in Podcast7 Kommentare

MR032 Flattr

Der große Flattr-Hype ist abgeflacht, der schwedische Social-Payment-Dienst ist für viele Alltag geworden. Das Flattr-Team arbeitet an interessanten neuen Features, Gründer Peter Sunde hat sich zurück gezogen und erste wissenschaftliche Arbeiten widmen sich dem vor allem in Deutschland beliebten Bezahldienst. Alles Gründe, mal eine Bestandsaufnahme zu machen.

Mit dabei: Podcaster Tim Pritlove, dem monatlich 1000 Euro aufs Konto flattern; aus Leipzig angereist Leander Wattig, Berater, Blogger mit besonderen Einsichten ins Thema “Flattr und Buchmarkt” sowie Thomas Haseloff, der an der TU Ilmenau seine Diplomarbeit über Flattr schreibt.

Thomas präsentiert interessante Ergebnisse einer Online-Umfrage, Leander skizziert das Potential von Flattr auf dem Büchermarkt und Tim berichtet über seine Praxis-Erfahrungen.

Weitere Themen: Flattr-Populismus, Umverteilungsmechanik, wann steigt Facebook ein?, Kachingle, Flattr-API.

Wie nutzt Ihr Flattr? Klickt Ihr eher auf den Global-Button für ganze Projekte oder flattert Ihr lieber einzelne Posts? Wollt Ihr Euer Flattr-Budget aufstocken? Warum nutzt Ihr kein Flattr?

Freuen uns auf Kommentare und Anmerkungen.

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Veröffentlicht in Podcast41 Kommentare

MR031 Tom Schimmeck

Tom Schimmeck hat die taz mitgegründet, arbeitete Jahre beim Spiegel und kann noch heute lebhaft schildern, warum er das Magazin verlassen hat. Aktuell spricht er viel über sein Buch “Am Besten nichts Neues”. Es geht um den Stand des Journalismus und warum alles so rund läuft. Tom berichtet über seine Recherchen bei Lobbyisten in den USA und bei Grenzwert-Journalisten in Ostberlin. Viel Spaß, freuen uns auf Euer Feedback.

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MR030 Open Data

Michael Hörz und Friedrich Lindenberg vom Open Data Network berichten über dieses Dach, unter dem sich alle sammeln können, die öffentlich finanzierte Daten auch öffentlich zugänglich machen wollen. Michael und Friedrich berichten über erste deutsche Open-Data-Projekte, Datenjournalismus und skizzieren den tief greifenden Kulturwandel, der in deutschen Behörden nötig ist.

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MR029 Lobby Control

Ulrich Müller hat mit anderen vor fünf Jahren LobbyControl gegründet. Ein Gespräch über Lobbyismus und was man gegen Kunstrasen machen kann. Weil ich am Ende noch viele Fragen, aber keine Zeit mehr hatte, haben wir einen zweiten Termin vereinbart ;)

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